„Euthanasie“-Morde: Mit einem Mahnmal allein ist es nicht getan

Zur heutigen Übergabe des Gedenk- und Informationsorts für die Opfer der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Morde an die Öffentlichkeit erklärt Volker Beck, innenpolitischer Sprecher:

„Endlich erinnert ein Gedenk- und Informationsort an diesen Aspekt der nationalsozialistischen Rasseideologie der Deutschen. Doch mit einem Mahnmal allein ist es nicht getan.

Die Überlebenden der Zwangssterilisierungen und „Euthanasie“-Verbrechen mussten bis in die 1980er-Jahre warten, bis sie erstmals Härteleistungen als Opfer der NS-Unrechtsmaßnahmen erhalten haben. Bis heute sind die beiden Opfergruppen nicht als rassisch-Verfolgte des Nationalsozialismus anerkannt.

Im nationalsozialistischen Wahn gegen „lebensunwertes Leben“ wurden mehr als 350.000 Menschen zwangssterilisiert. Bis zu 6000 Frauen und ungefähr 600 Männer starben an den Folgen der Eingriffe, weitere 200.000 starben in den „Euthanasie“-Programmen. Die Bundesrepublik Deutschland hat nun lange genug auf Zeit gespielt. Wir Grüne appellieren deshalb an den 18. Deutschen Bundestag, unabhängig von Koalitionen und Parteibüchern, die letzte Chance zu nutzen. Wer diese Verbrechen überlebt hat und noch am Leben ist, hat die Blütezeit seines Lebens hinter sich. Statt bewegender Reden fordern wir Taten. Wir können nicht mehr auf einen Regierungswechsel hoffen, denn 2017 ist es zu spät.“


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Hirschfeld-Eddy-Stiftung / LSVD-Stiftung für die Menschenrechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender