Kritik an Tillichs Islam-Äußerungen

Statt Demütigungsrituale Probleme mit islamischen Organisationen partnerschaftlich angehen

Volker Beck, religionspolitischer Sprecher, erklärt:

TillichsÄußerungen sind kein Beitrag zur Verbesserung des friedlichen Miteinanders von Muslimen und Nicht-Muslimen in Deutschland. Die sophistische Debatte, ob der Islam oder die Muslima und Muslime zu Deutschland oder der Koran in den Bücherschrank gehören, hat nur eine Botschaft: Wir wollen Euch nicht, das bringt uns keinen Schritt weiter.

Es muss Schluss sein mit den sich wiederholenden Demütigungsritualen! Es ist die Zeit für partnerschaftliche Zusammenarbeit und offenen, abaer auch kritischen Dialog.

Die großen islamischen Verbände haben in Erklärungen und mit ihrer Mahnwache am Brandenburger wiederholt unmissverständlich deutlich gemacht, dass Gewalt und Terror nicht im Namen ihres Glaubens verübt werden kann.

Diese Erklärung immer und immer wieder von ihnen zu verlangen, hat etwas Demütigendes.

Wir müssen vielmehr zwischen Politik und Religionsvertretern partnerschaftlich nach Wegen und Maßnahmen suchen, wie wir einer islamistischen Interpretation des Islam entgegentreten können:

Wie werben wir für Respekt vor der Gleichberechtigung von Frauen und Homosexuellen, was machen wir zur Ächtung von Ehrenmorden und Antisemtismus? Wie werben wir für die Trennung  zwischen individuellen Glaubenswegen und Respekt für die demokratischen Grundregeln in einer pluralistischen Gesellschaft?

Wir brauchen auch vor Ort einen offenen zvilgesellschaftlichen Dialog zwischen Kirchengemeinden und Moscheegemeinden nach dem Vorbild des christlich-jüdischen Dialoges. Das darf sich nicht auf ein Gespräch zwischen Theologen oder Funktionären beschränken, sondern muss zur Begegnung der Gläubigen führen. Respekt gründet auf Kennenlernen und Verstehen der Differenzen.


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