Zurückweisung eines homosexuellen Botschafters durch den Vatikan ist ein Akt der diplomatischen wie menschlichen Respektlosigkeit

Mehrere französische Medien berichten heute darüber, dass der Heilige Stuhl dem französischen Botschafter Laurent
Stéfanini die Akkreditierung wegen dessen Homosexualität verweigert. Hierzu erklärt Volker Beck, religionspolitischer Sprecher:

Die Zurückweisung eines Botschafters wegen dessen homosexueller Identität durch den Vatikan wäre ein Akt der
diplomatischen wie menschlichen Respektlosigkeit. Dies käme einem Schlag ins Gesicht aller Lesben, Schwulen
und Transsexuellen gleich und würde einen Rückfall in überwunden geglaubte muffige Zeiten darstellen.

Manche Kräfte im Vatikan erinnern an den Frömmler im Gleichnis vom Frömmler und dem Zöllner im Tempel (Lukas
18: 9-14), den Jesus sagen läßt: „Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie die anderen Leute.“

Eine Zurückweisung eines Botschafters würde auch dem Katholischen Katechismus widersprechen. Dieser fordert von
den Gläubigen, Homosexuellen „mit Achtung…und Takt zu begegnen. Man hüte sich, sie in irgend einer Weise
ungerecht zurückzusetzen.“ An Achtung und Takt würde es der Zurückweisung eines Botschafters allein wegen seiner sexuellen Identität allerdings mangeln.


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Hirschfeld-Eddy-Stiftung / LSVD-Stiftung für die Menschenrechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender