Ägypten: Einreiseverbot für Homosexuelle ist menschenverachtend

Zu Berichten über ein Einreiseverbot für Homosexuelle nach Ägypten erklärt Volker Beck, innenpolitischer Sprecher:

„Die Bundesregierung muss gegenüber der ägyptischen Regierung demarchieren. Einreiseverbote und
Ausweisungsentscheidungen allein wegen der sexuellen Identität eines Ausländers sind völlig inakzeptabel.

Die Entscheidung eines ägyptisches Verwaltungsgericht, dass homosexuelle Ausländer des Landes verwiesen werden
dürfen, ist ein herber Rückschlag für Homosexuelle. Es ist menschenverachtend, das Mittel der Ausweisung, das auf
Straftäter zielen soll,  hier anzuwenden.

Geklagt hatte ein Libyer, der wegen seiner vermeintlichen Homosexualität bereits 2008 ausgewiesen wurd. Auch die
Wiedereinreise soll ihm untersagt worden sein. Die Begründung des Gerichtes soll lauten, dass die Ausweisung im öffentlichen Interesse sei, weil dadurch religiöse und gesellschaftliche Werte geschützt würden. Zwar ist Homosexualität in Ägypten nicht verboten, aber unter dem Präsidenten Abd al-Fattah as-Sisi nimmt die Verfolgung von
Homosexuellen stetig zu.“


  • Olli Peech sagt:

    Ich bin der gleichen Meinung, wie V. Beck, denn in unserer heutigen aufgeklärten Zeit, sind solche Gesetze und Haltungen von Staaten und Personen völlig menschenverachtend. Man kann die Ägypter und andere Staaten, die so handeln, nur über das Geld zur Umkehr bewegen, z.B. Streichung der Entwicklungshilfe oder Tourismusboykott oder ähnlichen Aktionen. Vielleicht setzen Sie sich ja dann politisch dafür ein, damit wir Schwulen auch überall unbehelligt hinreisen können. Vielen Dank schon mal im voraus! Ihr Olli 😉

  • Rattiger sagt:

    Es wird im ägyptischen Recht wohl entsprechende Paragraphen geben (wie käme sonst ein solches Urteil zustande). Und als Reisender sollte ich mich, ob schwul oder nicht, über die Einreisebedingungen informieren (und mich auch daran halten). Und jetzt kommt mein Vorwurf an die Schwulen: warum müßt Ihr immer rausposaunen dass ihr schwul seid? (wie seinerzeit Claus Wowereit: ich bin schwul und das ist gut so). In Nordafrika ist so Vieles menschenverachtend. Daher macht es wie ich: ich fahre nie nach Ägypten.

  • Guten Tag, also ich empfinde es als sehr dreist, was sich eine Regierung, die wohl meiner Meinung nach nur die innerlaendlichen 75 % Bi-neugierigen und eigenen Homosexuellen verbergen will oder geheim halten will, anstatt offen Tolerant und Respektvoll mit den Menschen und Gleichheitsrechten umzugehen!

    Unsere Regierung und die Regierungen der NATO Laender sind meiner Meinung nach in der Pflicht, solchen Bedingungen und rassistischen Regelungen einhalt zu gebieten.

    Ich als „halber“ Grieche bin einer der wenigen welchen, die im uebrigen keines Falls stolz sind auf Griechenland. Sorry, hier wuerde ich sogar verstehen, wenn Griechenland aus der EU ausgeschlossen wird. Am liebsten wuerde ich ja meine Staatsbuergerschaft komplett auf die Deutsche aendern, doch diese Moeglichkeit bleibt mir verweigert, obwohl ich nach meiner Geburt in Deutschland Goeppingen 3 Jahre lang Staatenlos blieb, bis sich mein griechischer Erzeuger gegen meiner kroatischen Mutter seinen Willen aufzwang. *schnief*

    Das sind meine Meinungen im allgemeinen.
    Bitte nehmt mir das nicht uebel. Ich wuensche allen Menschen Liebe, Erfolg, Gesundheit und Respekt.

    Beste Gruesse,

    C.S.

  • Dieter sagt:

    Meine Erfahrungen in arabischen Ländern haben
    gezeigt,dass die Männer dort mindestens bi-sexuell sind und die meisten grundsätzlich bereit sind, gleichgeschlechtlich tätig zu werden. Bedingung ist aber meistens, dass alles heimlich passiert. In Tunesien z.B. lässt man die Leute in Ruhe, wenn es dann privat bleibt.
    Dazu empfehle ich das Buch „Mein Leben im Maghreb“ von Dirk Meunier, Novum Verlag. Leseprobe im Internet verfügbar. Es wird eindrucksvoll geschildert, was geht und was eben nicht. Die Doppelmoral treibt auch hier besonders große Blüten. Sehr gut lustige bis traurig Erlebnisse werden geschildert, sehr lesenswert.

  • Wolf B. sagt:

    Ah – der Herr Beck meint wohl auch, dass er anderen Nationen erklären muß was gut für sie ist und was sie zu tun haben.

    Helmut Schmidt:
    „Dass der Westen nun meint, das Wichtigste ist, in China die Demokratie einzuführen, das halte ich für ziemlich lächerlich. [ … ] Heute sind die Amerikaner große Vertreter der sogenannten Menschenrechte. [ … ] Ich bin absolut dagegen, mit politischem Druck meine Vorstellung von Menschenrechten anderen Völkern mit Zwang zu oktroyieren.“

    Quelle: http://www.deutschlandfunk.de/die-china-versteher-und-ihre-demokratischen-feinde.1184.de.html?dram:article_id=239834

    Wenn Herr Beck nicht begreift, dass er anderen Nationen, anders denkenden und handelnden nicht ihrer Freiheit zu berauben hat, so will er wohl doch nur die Aufmerksamkeit von der er hofft, dass sie Ihn weiterbringt.

    Oder soll es wieder heißen „An Deutschland soll die Welt genesen“ ???

    Sollen die Schwulen -zu denen auch ich gehöre- einfach die Länder meiden in denen sie nicht willkommen sind.

    Punkt- und das „Beck-Problem“ löst sich ohne sein -für mich anmaßendes – dazutun!

    Mit freundlichem Gruß ein Schwuler aus Hamburg

  • …da bleibt mir doch nur eines zu sagen….unsere Kaufkraft ist in vielen anderen Ländern dieser Erde gerne gesehen….
    zu sehen gab es da – außer den Pyramiden – eh nicht viel…außer Dreck und Müll….
    mittelfristig wird diese Gesellschaft eh nicht von einer liberalen und offen Lebensweise zu überzeugen sein….


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