Mitte-Studie: Mehr Selbstbewusstsein wagen

Zur vorliegenden Mitte-Studie FES erklärt Volker Beck, Sprecher für Migration und Religion:

„Die übergroße demokratische Mehrheit muss mit mehr Selbstbewusstsein agieren und dennoch erklärend und für Humanität werbend, aber mit Entschlossenheit gegenüber der Minderheit auftreten: Mehr demokratisches Selbstbewusstsein wagen.

Wir befinden uns in der öffentlichen Debatte in einer Schieflage, die wir dringend korrigieren müssen: Nur 20% finden es explizit „eher nicht“ oder „überhaupt nicht“ gut, dass Deutschland viele Flüchtlinge aufgenommen hat. Gleichzeitig erwecken Medien und Politik den Eindruck, die Zahlen seien umgekehrt. Nicht nur in Talkshows, auch in der Politik sollten wir mal wieder durchatmen. Statt Asylrechtsverschärfung auf Asylrechtsverschärfung folgen zu lassen, um diese 20 % zu bedienen, sollten wir statt Sicherer Herkunftsstaaten einmal über ein sicheres Auftreten gegenüber diesen Rechtspopulisten diskutieren.

Wir brauchen eine Politik des Respekts. Die Antwort der Demokraten muss deshalb mehr Antidiskriminierung als weniger „political correctness“ sein. Solche rechten Kampfbegriffe sollten wir den Rechten überlassen. Es geht nicht um Wortglauberei, sondern um eine respektvolle Haltung. Die weitverbreiteten muslimfeindlichen Einstellungen (19%) und der Anstieg zu Vorurteilen gegenüber asylsuchenden Menschen um 44% bauen wir nicht ab, in dem wir sie bedienen. Ein Ergebnis der Studie ist auch, dass die, die die Ideen der AfD gut finden, im Vergleich zu 2014 deutlich nach rechts gerückt sind. Im Widerspruch und in der Erklärung und nicht im Selbst-nach-Rechts-rücken, aus Angst, es einer lauten Minderheit nicht recht machen zu können, liegt die Antwort.“

Hintergrund: www.fes.de/de/gespaltene-mitte-rechtsextreme-einstellungen-2016/


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Hirschfeld-Eddy-Stiftung / LSVD-Stiftung für die Menschenrechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender