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17.03.2008
Kein Platz für Hasskonzerte in Deutschland – Strafanzeige gegen „Bounty Killer“
Zu den im Sommer geplanten Konzerten des jamaikanischen homophoben Sängers „Bounty Killer“ erklärt Volker Beck, erster Parlamentarischer Geschäftsführer und menschenrechtspolitischer Sprecher:
Die in Deutschland von dem homophoben Sänger „Bounty Killer“ geplanten Konzerte müssen abgesagt werden.
Schon wieder geben deutsche Konzert-Veranstalter einem berüchtigten Hasssänger ein Forum. Der jamaikanische Dancehall-Musiker Bounty Killer kommt nach Deutschland und plant Konzerte in Berlin, Essen und München.
Nachdem wegen der homophoben Texte bereits Konzerte in Dänemark und Großbritannien abgesagt wurde, versucht man es nun in Deutschland.
Ich habe deshalb heute Strafanzeige gegen Bounty Killer gestellt und einen Brief an die jeweiligen Konzertveranstalter geschrieben, mit der Aufforderung die Konzerte abzusagen. Ich habe mich des Weiteren an die zuständigen Bundesministerien gewandt, mit der Bitte, dem Sänger kein Einreisevisum zu erteilen.
In Deutschland darf es keinen Raum für einen Sänger geben, der in seinen Text auf schlimmste Art und Weise zu Gewalt gegen Homosexuelle und zum Töten von Homosexuellen aufruft.
Ergänzung vom 19.03.2008:
Die Anwälte von Bounty Killer versuchen Kritiker einzuschüchtern. Volker Beck hat entsprechend geantwortet. Der Schriftverkehr ist hier einsehbar.
Update 20.03.2008, 16.00 Uhr
Nach Absage in Essen: Wahrscheinlich kein Bounty Killer-Konzert in Berlin
Die Berliner Kulturbrauerei hat Volker Beck mitgeteilt, dass sie auf eine Distanzierung des Künstlers von seinen homophoben Texten bestehen. Damit ist nach der Ansicht von Volker Beck angesichts des Schriftwechsels mit den Anwälten des Tourbookers des Künstlers wohl nicht zu rechnen.
Die Kulturbrauerei wörtlich: "Wir befinden uns in intensivem Austausch mit allen Beteiligten. Zum jetzigen Zeitpunkt liegt uns eine Stellungnahme der Agentur des Künstlers vor, dass er keine schwulen- und lesbenfeindlichen Texte während seines Konzertes benutzen und dass es keine gewaltverherrlichendene Aufführung geben wird. Sollte sich der Künstler jedoch nicht persönlich im Vorfeld zu den erhobenen Vorwürfen äußern und sich verbindlich davon distanzieren, wird das Konzert von unserer Seite aus definitiv abgesagt werden."
Volker Beck: "Ich begrüße, dass die Kulturbrauerei verantwortungsvoll mit dieser Frage umgeht."
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