T-Shirt mit Human Rights in chinesischen Schriftzeichen hat für Aufsehen auf dem Tiananmenplatz in Peking gesorgt
Volker Beck erreichte eine Mail einer Bürgerin mit einem sehr interessanten Bericht über ihre Erfahrungen mit dem von Volker Beck vorgestellten T-Shirt mit den chinesischen Schriftzeichen für "Menschenrechte".
Wir dokumentieren diesen Bericht hier:
27.05.2008 / Betr.: T-Shirt mit Human Rights in chines. Schriftzeichen hat für Aufsehen auf dem Tiananmenplatz in Peking gesorgt
Sehr geehrte Damen und Herren!
Vielen Dank zunächst für das Anbieten eines solchen T-Shirts, bzw. den Link zu dem Verkaufsshop.
Ich habe das T-Shirt vor einigen Tagen auf dem Tiananmen-Platz vor dem Tor des Himmlischen Friedens in Peking getragen.
Prompt reagierten die Sicherheitskräfte und stellten unseren Reiseleiter von ChinaTours zur Rede. Seine persönlichen Daten wurden notiert und seine Reiseagentur angerufen.
Ich wurde aufgefordert, das T-Shirt mit den chines. Schriftzeichen zu bedecken. Unsere gesamte Reisegruppe wurde ca. 1 Stunde am Weitergehen gehindert.
Es wurde mehrfach ein jeweils ranghöherer Sicherheitsbeamter per Handy gerufen. Schließlich fuhren wie im Krimi 2 Polizeiautos vor, Beamte sprangen heraus, filmten und fotografierten mich. Eine Sicherheitsbeamtin, die englisch sprechen konnte, fragte mich aus und notierte sich alles.
Folgende Fragen wurden ca. gestellt:
- Wo wurde das T-Shirt gekauft?
- Wer hat die chines. Schriftzeichen aufgedruckt?
- Warum ich dieses T-Shirt trage?
Ich sagte ihr, dass ich für Menschenrechte auf der ganzen Welt sei und dass ich auch mit anderen Staaten wie z.B. den USA unzufrieden sei.
Ich vermied lieber das Wort "kämpfen" für Menschenrechte und habe auch nicht das Reizthema "Tibet" angesprochen.
Trotzdem dauerte das "Verhör" fast eine halbe Stunde. Nach weiteren Telefonaten durfte unsere Reisegruppe weitergehen. Wir wurden aber noch mehrere Stunden zunächst von Polizisten, später von 3 Männern in Zivil beschattet. Sie folgten uns in gewissem Abstand. Als mich eine chines. Familie mit einem kleinen Kind um ein gemeinsames Foto bat, gingen die "Beschatter" dazwischen und haben es der Familie unter Hinweis auf Polizei verboten.
Ich habe der Sicherheitsbeamtin bereits angekündigt, dass es in den nächsten Wochen und Monaten noch viele Menschen geben wird, die dieses T-Shirt tragen und habe sie mehrfach gefragt, was denn an der Forderung nach Menschenrechten schlecht sei.
Außerdem haben wir den Spruch für die olympischen Spiele 2008 aufgegriffen und ergänzt: "ONE WORLD - ONE DREAM - HUMAN RIGHTS"
Scheinbar gehört der Begriff der Menschenrechte für die chinesische Bevölkerung nicht zum allgemeinen Sprachgebrauch. Ich glaube, sie können sich darunter nichts vorstellen. Nur ein junger Student, der bereits 1 Jahr in den USA gelebt hatte, sprach mich später begeistert an und bat um ein Foto von mir mit dem T-Shirt.
Ich hoffe, dass noch sehr viele Menschen dieses T-Shirt in China tragen, besonders zur Olympiade! Es kann aber gut sein, dass sie bei Anschuldigungen oder unbedachtem Äußern gegenüber den Sicherheitskräften "aus dem Verkehr" gezogen oder ausgewiesen werden.
Mit freundlichen Grüßen
(Name / Stadt - anonymisiert)
Zum Hintergrund:
Am 10.04.2008 sprach Volker Beck in der Aktuellen Stunde zu Tibet im Bundestag zu Menschenrechten. Dabei präsentierte er ein Shirt mit den chinesischen Schriftzeichen für "Menschenrechte". Aufgrund zahlreicher Nachfragen gibt es das T-Schirt nun hier zur Bestellung:
http://355827.spreadshirt.net/
|