23.12.2008
Grüner warnt vor Maßnahmen gegen "Schule gegen Rassismus"
Kein Nachgeben gegenüber dem Druck der EvangelikalenVolker Beck, menschenrechtspolitischer Sprecher, erklärt:
Die Kritik an problematischen Entwicklungen in der evangelikalen Szene darf nicht tabuisiert werden. Die agressive Ablehnung der Homosexuellen und die heftige Befürwortung der Judenmission unter manchen Evangelikalen muss thematisiert und auch kritisiert werden können. Zur Demokratie gehört auch der Meinungspluralismus.
Man muss nicht jeden Satz in einem Artikel gut heißen, um die Pressefreiheit zu verteidigen. Journalistisch ist der umstrittene Artikel nicht zu beanstanden. Alle Tatsachenbehauptungen sind mit Quellen belegt, Wertungen sind als solche erkennbar.
Die Hinweise darauf, dass das Bundespresseamt dem Druck der Evangelikalen nachgeben könnte, sind Anlass zur Sorge. Zum wiederholten Mal versucht die Deutsche Evangelische Allianz ihre Muskeln zu zeigen. Es geht ihr um Macht und Einfluss.
Die Bundesregierung sollte die großartige Arbeit der zivilgesellschaftlichen Initiative "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" nicht gefährden.
Ich habe deshalb heute folgende Schriftliche Frage an die Bundesregierung gerichtet:
"Will die Bundesregierung dem Druck ("Der bizarre Kreuzzug zeigt den neuen Machtanspruch christlicher Hardliner""In diesem Kulturkampf streitet eine mächtige Lobby gegen zwei 18-Jährige" Spiegel online 20.12.2008.)der Deutschen Evangelischen Allianz und der mit ihr verbundenen Organisationen nachgeben, die das Schülerzeitungsheft Q rage kritisieren, weil die zum Teil unter Evangelikalen problematische Haltung gegenüber Juden oder Homosexuellen und das von der Bundesregierung geförderte und umstrittene "Christival" darin kritisiert wird, und in welcher Form wird und kann sich dies auf die Förderung und Arbeit der Initiative "Schule ohne Rassismus" und die Bundeszentrale für politische Bildung auswirken?"
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