Aus Rostock-Lichtenhagen müssen endlich die richtigen Schlüsse gezogen werden

Zum Jahrestag des Beginns des Pogroms von Rostock-Lichtenhagen erklärt Volker Beck, Sprecher für Migrationspolitik:

„Der Pogrom von Rostock-Lichtenhagen ist ein Schandfleck der jüngeren deutschen Geschichte. Noch lange haben wir daraus nicht die richtigen Konsequenzen gezogen, denn noch immer werden Menschen in Deutschland Opfer von Gewalt, weil ihnen das Fremdsein zugeschrieben wird. Wir müssen uns schützend vor die Betroffenen stellen, vor Geflüchtete, vor Sinti und Roma, vor Schwarze Deutsche und vor alle anderen, die aus rassistischen, antisemitischen, islamfeindlichen, homophoben, sozialdarwinistischen und sonstigen menschenverachtenden Motiven bedroht und verletzt werden. Hier gilt es Tatkraft zu zeigen und nicht nur Sonntagsreden zu schwingen. Wir brauchen eine effektive Strafverfolgung, die die Aussagen von Opfern und Zeugen ernst nimmt und Ermittlungsverfahren nicht vorschnell ohne Konsequenzen einstellt. Wir brauchen ein Bleiberecht für die Opfer solcher menschenfeindlicher Gewalt nach dem Vorbild des Bleiberechts für Opfer von Menschenhandel und Arbeitsausbeutung, um den Erfolg von Ermittlungen zu sichern. Wir brauchen die Stärkung von Opferberatungsstellen und antirassistischer Bildungsarbeit in Schule und Gesellschaft.“


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