Nazi-Anschlag auf Sinti- und Roma-Denkmal verurteilt

Wie die ‚Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas‘ heute mitteilt, haben Unbekannte in den Eingangsbereich des ‚Denkmals für die ermordeten Sinti und Roma Europas‘ großformatig ein Hakenkreuz und den Schriftzug »Vergasen« geschmiert. Dazu erklärt Volker Beck, innenpolitischer Sprecher:

„Wir müssen Antiziganismus entschlossener entgegen treten. Roma sind die großen Verlierer der migrationspolitischen Debatten über dem Westbalkan. Ihre Verfolgungssituation wird oftmals nicht ernst genommen und Ressentiments gegen sie werden bedient.

Taten wie diese veranschaulichen die hässlichen Abgründe der deutschen Gesellschaft, doch sie haben keine Konsequenzen. Die deutsche Gesellschaft muss diese Tat aber als ein Anschlag auf die Menschenwürde und unser aller Freiheit sehen. Trotz Eröffnung des Denkmals im Jahr 2012 nimmt in den politischen Debatten die aggressive Rhetorik gegen „Armutsflüchtlinge“ und „Wirtschaftsflüchtlinge vom Westbalkan“ zu, die oft als vermeintlich positive Synonyme für Roma gelten.

Sinti und Roma in Deutschland haben bis heute keine gleichberechtigten Bildungs- und Entwicklungschancen und müssen in einer Welt voller Vorurteile leben. Es ist unsere Verantwortung für die hier lebenden Sinti und Roma, ihnen ein gleichberechtigtes Leben zu ermöglichen. Dazu verpflichtet uns nicht nur unsere Verantwortung für die Verfolgung und Ermordung von Sinti und Roma im Nationalsozialismus. Das ist auch unsere demokratische Pflicht.“

Für Hintergründe:
www.stiftung-denkmal.de/presse/pressemitteilungen/detail/article/denkmal-fuer-die-im-nationalsozialismus-ermordeten-sinti-und-roma-europas-geschaendet.html


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Hirschfeld-Eddy-Stiftung / LSVD-Stiftung für die Menschenrechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender