DITIB: Scharfe Kritik an Verdammung der Anti-Terror-Demonstration in Köln

Die DITIB hat die Teilnahme an der Demonstration am Freitag per Pressemeldung abgesagt.

Volker Beck, religionspolitischer Sprecher, erklärt:

Ich wünsche Lamya Kaddors Ramadan Friedensmarsch Erfolg, weil er Brücken schlägt und Muslime und Nicht-Muslime gegen Terror und für Frieden vereinigt und aufstehen lässt.

Die DITIB hat sich als Teil der deutschen Zivilgesellschaft abgemeldet. Diese Pressemitteilung ist ihr gesellschaftspolitischer Offenbarungseid. Die DITIB wird immer mehr zum Problembär der islamischen Verbändelandschaft. Sie spricht sich explizit gegen  den Friedensmarsch in Köln von Muslimen und  ihren Freunden gegen Gewalt und Terror aus. Wer als Religionsgemeinschaft die Millionen Muslime in Deutschland repräsentieren will, muss auch seine gesellschaftliche Verantwortung annehmen. Dazu sind die DITIB-Strukturen nicht in der Lage.

Kein Muslim in Deutschland muss zur Friedensdemonstration in Köln gehen. Wer mit unserer Gesellschaft nichts zu tun oder ihr nichts zu sagen hat, kann einfach zu Hause bleiben. Das ist jedermanns gutes Recht. Man darf auch zu Demonstrationen, zu denen man nicht gehen mag, einfach nicht aufrufen und die Klappe halten.

Islamische Verbände wie  der Zentralrat der Muslime in Deutschland e. V, der Liberal-Islamischer Bund e.V. oder Ahmadiyya Muslim Jamaat Deutschland KdöR, aber auch die Türkische Gemeinde in Deutschland e.V. sind dem Aufruf gefolgt und unterstützen ihn.

Andere haben einfach geschwiegen. Aber nichts dergleichen hat die DITIB getan. Sie hat den Organisatoren in die Kniekehlen getreten und sie in der Pressemitteilung kritisiert, diskreditiert und denunziert.

Zum Hintergrund:

Vieles deutet auf eine Intervention und Anweisung aus Ankara hin. Zunächst hatte DITIB Unterstützung signalisiert:

„Auch der Generalsekretär der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (Ditib), Bekir Alboga, sprach sich für die Unterstützung der Großdemo von Muslimen gegen den islamistischen Terror aus: „Wir haben schon bisher jeden Anschlag aufs Schärfste verurteilt. Wenn diese Initiative dazu beiträgt, dass dies künftig auch in der breiten Öffentlichkeit besser wahrgenommen wird, wäre ich sehr glücklich“, sagte Alboga dem Kölner Stadt-Anzeiger.“

Gestern nun das Gegenteil durch den Vorstand, aber gleich mit der klaren Unterstützung aus der Türkei:

Mustafa Yeneroglu, Istanbuler AKP-Abgeordneter aus der Türkei und ehemaliger Millî Görüs-Generalsekretär, begrüßt das DITIB-Nein: „Ich begrüße die Haltung der großen Islamischen Religionsgemeinschaften. Die Bezeichnung ‚islamistischer Terrorismus‘ diffamiert Muslime.“

Wer glaubt, dass die demonstrative Absage eine Kölner Entscheidung und nicht eine aus Ankara ist, glaubt auch an den Weihnachtsmann. Mit Ankara landet die DITIB im Aus.

Hier finden Sie einen Artikel im Tagesspiegel.


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Hirschfeld-Eddy-Stiftung / LSVD-Stiftung für die Menschenrechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender